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Hamsterrad


Vielleicht wirst Du Dich fragen, warum ich so etwas kostbares, wie das Leben als ein Hamsterrad bezeichne, vielleicht wirst Du aber am Ende meines Artikels verstehen...

 

Derzeit befinde ich mich in meinem Sein an einem Punkt, an dem ich die zukünftige Richtung für mich nicht mehr bestimmen kann.

Fakt ist nur, so weitergehen kann und darf es nicht!

Sei es die stillstehende Verarbeitung meiner Trennung, sei es der Job...

Eine Veränderung muss her.

 

In Sachen Trennung trete ich seit Wochen beständig auf der Stelle. Unfähig zu begreifen, was zwischen uns passierte, unfähig, die Trennung zu akzeptieren und voran zu gehen.

Natürlich können kluge Köpfe mir nun sagen: "Das Leben geht weiter."; "Du verdienst etwas besseres.", usw. , aber das ändert nichts an dem Sturm, welcher in mir tobt.

Wie erklärt man es denn seinem Herzen und seinem Verstand, dass da ein Mensch ist, für den Du etwas empfindest, mit dem Du Dich eigentlich verstehst, wenn es z.B. um Werte und Hobbies geht, mit dem Du aber nicht zusammen sein kannst, weil Du ständig mit diesem Menschen in Konflikt stehst? Trotz aller Gefühle füreinander und trotz aller guten Absichten tun sich immer wieder Hürden auf, welche wir nicht gemeinsam zu meistern im Stande sind.

 

Also lenke ich mich ab. Male, schreibe, gehe spazieren... Dennoch gerate ich in stillen Momenten immer wieder an  meine Grenzen und fange an zu weinen, zu grübeln, zu vermissen.

Es zermürbt und raubt mir meine Kraft, die ich doch für meinen ganz normalen Alltag auch noch brauche.

 

Verzweiflung macht sich breit...

Morgen beginnt nach drei Wochen Urlaub, welche aufgrund der jüngsten Ereignisse  keinerlei Erholung mit sich brachten, die Arbeit.

Eine Arbeit, welche für mich zwar bedeutete, dem Einzelhandel endlich den Rücken kehren zu können, geregelte Arbeitszeiten, sowie freie Wochenenden zu genießen...

Die Erfüllung jedoch bleibt aus.

Und so reicht es meinem Gehirn nicht, sich erstmal mit einer Baustelle auseinander zu setzen, sondern man muss auch noch in der "Sinn des Lebens" - Schublade kramen und ein bisschen was durcheinander bringen.

 

Vielleicht hast Du in Deinem Job auch schon den Moment erlebt, Dich zu fragen:

"Was verdammt mache ich hier eigentlich?!"

Eigentlich solltest Du ja zufrieden sein. Eine Wohnung, einen Job, ausreichend Geld in der Tasche, weitestgehend gesund. Ja...aber bist Du glücklich?

Wir streben immer nach Sicherheit und Zufriedenheit. Aber was für Sicherheiten bietet uns denn ein Arbeitsmarkt, in dem jeder von uns nur eine ersetzbare Nummer ist?

Wer sagt Dir, dass die Wirtschaftslage sich nicht zum Nachteil Deines Arbeitgebers entwickelt und dieser aus eben diesen Gründen Stellen abbauen muss?

Diese Aufzählung könnte noch eine Weile so weitergehen, aber ich denke, den Kern dessen, was ich sagen möchte, habe ich verständlich gemacht.

Unsere Gesellschaft bietet meiner Meinung nach keine Sicherheit.

Das mag jetzt erstmal niederschmetternd sein, aber es eröffnet doch auch neue Möglichkeiten und Denkansätze.

Denn was hält Dich nun noch auf, dich für den lange ersehnten Job zu bewerben,

Deine Traumreise anzutreten, oder, oder, oder?!

Natürlich kann es immer kleinere Hürden geben, aber meine eigene Erfahrung ist, dass wir doch meistens nur Ausreden dafür finden, etwas NICHT zu tun, anstatt alle Hebel in Bewegung

zu setzen.

Und bitte verstehe mich nicht falsch. Ich rede hier nicht davon, auf eine selbstzerstörerische Art morgen Deinen Job zu kündigen und zum Aussteiger zu werden.

Aber warum nicht das Ganze planen, um es irgendwann in die Tat umzusetzen. Warum nicht ausrechnen, wieviel Kapital Du für dieses Vorhaben benötigst? Was muss noch berücksichtigt werden? Von welchen Habseeligkeiten kannst Du Dich verabschieden. Gibst Du Dein aktuelles Leben völlig auf, um woanders neu anzufangen, oder behältst Du Deine Wohnung, um nur ein paar Denkansätze zu liefern. Die Grenzen schaffen wir meist nur in uns selbst!

 

Wie Du siehst, sind bei mir gerade viele Prozesse im Gang. Allerdings denke ich derzeit weniger ans Aussteigen, als vielmehr daran einen Job zu finden, der mich erfüllt, den ich gerne mache und der mir Freude bereitet, damit ich nicht den Eindruck habe, nur jeden Tag aufs Neue wieder in mein Hamsterrad zu steigen und zu laufen, bis mir die Zunge aus dem Halse hängt.

Ich habe in meinem Urlaub die Liebe zum Malen und Schreiben wieder für mich entdeckt und gemerkt, wie mich diese kreativen Tätigkeiten ausfüllen und meinen Geist formen.

Also werde ich meine Augen und Ohren offen halten. Vielleicht bietet sich mir irgendwann eine Chance, welche ich ergreifen kann.

Wenn ich daran scheitere, so habe ich es wenigstens versucht. Denn ich möchte nicht jeden Tag das Gefühl haben, dass mein Einsatz austauschbar ist und ich ersetzbar bin.

Mein Ziel für mein Leben ist es glücklich zu sein, nicht bloß zufrieden.

Ein Patentrezept gibt es dafür nicht. Aber ich möchte mir nicht mehr von Anderen vordiktieren lassen, was mir Sicherheit bietet und was ich zu tun und zu lassen habe.

Das sind Ihre Grenzen, nicht meine.

Scheitern gehört mit zur Entwicklung und ist für mich kein Indiz dafür, dass der gewählte Weg grundsätzlich falsch ist. Es ist eher ein Zeichen dafür, dass man an seinem Plan feilen sollte und die neuen Erfahrungen in seine Planung einbeziehen muss.

 


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