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Overthinkin'...Fluch oder Segen?


Vielleicht kennst Du das?

Du denkst immer über alles nach. Nicht nur einmal...100 Mal.

Malst Dir jedes erdenkliche Szenario aus, versuchst auf alles vorbereitet zu sein.

Dein Kopf steht niemals still. Du erinnerst Dich Wort für Wort an Dinge, die mal jemand zu Dir gesagt, und Dich damit auf irgendeine Art und Weise berührt hat, ob positiv, oder negativ.

Du suchst in Sätzen und Worten nach Bedeutungen, die es vielleicht gar nicht gibt.

Kurz gesagt, Dein Kopf erzeugt non stop irgendein Gedankengulasch!

 

Ich bin so ein Mensch.

Die Amerikaner nennen es overthinking person.

Es treibt mich in den Wahnsinn, dass mein Kopf einfach nicht aufhören kann zu denken.

Also suchte ich nach Tricks, Strategien und Möglichkeiten, um mich selbst zu überlisten.

Um einfach mal eine Pause zu be- und zu Kräften zu kommen.

 

Wie Du vielleicht bereits gelesen hast, habe ich jüngst eine Trennung hinter mir.

Ein beipielhafter Fall dafür, wie einen die eigenen Gedanken zermürben und auslaugen können.

Ich spiele im Kopf Gespräche mit meinem Ex- Partner durch, versuche Antworten zu finden, die es einfach nicht gibt, frage mich: "Was wäre gewesen wenn...Könnte man nicht...,Hätte man vielleicht... "Naja, ich glaube, Du kennst das.

Aber ich habe für meine eigenen Gedanken keine Kraft mehr!

Was also kann man tun? Was kannst auch Du tun, um in Deinem Kopf mal Luft zum Atmen zu verschaffen?

 

Ich habe hier ein paar selbst erprobte Tricks aufgelistet, die sich leicht in den Alltag integrieren lassen und mit ein wenig Übung auch sehr gut funktionieren.

Sie sind kein Allheilmittel und Du solltest natürlich am Ball bleiben.

Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen und auch bei mir funktioniert es nicht immer:

 

  1. Atme

Im buddhistischen Glauben ist man der Überzeugung, dass die einzige Konstante, welche wir in unserem Leben haben, unser Atem ist!

Wenn Dich mal wieder Deine Gedanken überfallen, lehne Dich einfach mal für 2-5 Minuten zurück, schließe die Augen, wenn Du magst (mir hilft es dabei, mich zu konzentrieren) und atme bewusst ein und aus.

Konzentriere Dich nur auf Deinen Atem!

 

 

2. Übe

 

Natürlich besiegt diese Atem- Meditation nicht Dein "Overthinking", aber es bringt Dich näher zu Dir selbst, Du lernst innezuhalten und tust Deinem Körper etwas gutes.

Also mache diese Übung jeden Tag für ein paar Minuten und lass sie zur Routine werden.

 

 

3. Akzeptiere deine verschiedenen Identitäten

 

Was zunächst seltsam klingt, wird vielleicht an einem Beipiel klarer.

Stell Dir vor, Du musst zum Personalgespräch mit Deinem Chef. Ihr habt eigentlich ein gutes und entspanntes Verhältnis zueinander, die plötzliche Aufforderung zum Gespräch aber lässt Deine Gedanken ins Trudeln geraten.

Du denkst Dinge wie: "Habe ich einen Fehler gemacht?", "Wird er etwas an meiner Arbeit zu bemängeln haben?", usw...Das ist das unsichere ICH.

Auf der anderen Seite ist das selbstsichere ICH, dass zum Beispiel denkt: "Es wird schon alles gut sein.", "Ich mache einen guten Job, daran gibt es nichts zu bemängeln."...

Verstehst Du, worauf ich hinaus möchte?

Akzeptiere, dass es, wie in dieser Beipielsituation, verschiedene Stimmen, oder Identitäten in Dir gibt. Keine davon ist falsch! Sie Beide haben ihre Daseinsberechtigung.

Gib diesen Identitäten Raum und lass sie sprechen. Sie werden Dir viel über Dich und Deine Bedürfnisse verraten.

Wenn Du lernst, diese gegensätzlichen Stimmen zu akzeptieren, werden Sie dich nicht mehr so sehr überraschen und Du wirst entspannter mit ihnen umgehen können.

 

 

4. Lauscher auf...

 

Eine für mich persönlich sehr wirksame Methode und eine Steigerung zu Trick Nummer 1 ist diese Übung:

 

Sitze, liege oder stehe entspannt. Es ist egal, wo Du bist, Du kannst diese Übung überall durchführen und so lange, wie Du möchtest.

Schließe Deine Augen, atme bewusst und höre nun genau hin.

Nimm alle Geräusche um Dich herum bewusst wahr. Stell es Dir so vor, als wärst Du ein Aufnahmegerät, ein Rekorder, der einfach nur die umliegenden Geräusche dokumentiert.

Du bewertest nichts von dem, was Du hörst...Du nimmst einfach nur wahr und "zeichnest auf".

Wenn sich andere Gedanken einmischen, lass die Gedanken kommen und verabschiede dich von Ihnen, ohne sie weiter zu verfolgen.

Du wirst sehen, dass diese Übung Dir von Mal zu Mal leichter fällt und erstaunliches bewirkt!

 

 

5. Hobbys

 

Was mir außerdem hilft, mich auf andere Gedanken zu bringen, bzw. die Küche im Kopf mal kalt zu lassen, ist das Malen.

Ich bin diesem Hobby lange Jahre nicht nachgegangen und habe es erst kürzlich wieder für mich entdeckt.

Als Kind lag ich stundenlang auf dem Fußboden und hab gezeichnet. Warum?

Es hat Spaß gemacht und meinen Kopf rein gewaschen.

Warum soll das, was als Kind gut war, als Erwachsener nicht gut sein?

Vielleicht hast auch Du eine in Dir schlummernde Leidenschaft, ein Talent,

dass (wieder-) erweckt werden möchte?

Nimm Dir Zeit für Dich! Es ist so wichtig!

 

 

6. Akzeptanz

 

Als letzter Punkt, der wohl wichtigste. Akzeptiere, dass Du ein Denker bist!

Nutze es als Deine Stärke. Im Gegensatz zu anderen bist Du viel eher auf alle möglichen Situationen vorbereitet, denn Du hast sie Dir ja schon ausgemalt. :)

 

 

Hast Du Dich in meinem Betrag ein Stück weit wieder gefunden? Hast Du Lust, diese Tricks einmal auszuprobieren? Ich freue mich, wenn Du Deine Erfahrungen mit mir teilst, als Kommentar unter diesem Beitrag, oder über das Kontaktformular als persönliche Nachricht an mich!

 

Einen sehr schönen und interessanten Beitrag mit Lösungsansätzen zum Thema Overtinking habe ich auch auf Katjas Blog unter www.lllproject.com gefunden. Mehr dazu unter diesem Link

 

Außerdem ebenfalls ein sehr hilfreicher Artikel von Anne Heintze auf https://www.evidero.de unter diesem Link.

 

 

Deine Sabrina

 


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