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Jeder gegen Jeden


Seit 20 Jahren nehme ich nun aktiv am wilden Berufsleben teil und bin doch immer wieder erstaunt, dass es unter Menschen so viele Probleme gibt.

Im Privatleben ist das eine Sache, aber im Job, bei dem in der Regel alle im selben Boot sitzen und am gleichen Strang ziehen sollten, geschieht dies nach meinen Erfahrungen leider nur sehr selten.

Dabei ist es anscheinend egal, in welcher Branche gearbeitet wird.

Nach außen hin suggerieren die die Personaler beim Bewerbungsgespräch stets ein super funktionierendes Team, eine Einheit, eine Gruppe, die sich dem selben Ziel verschrieben hat.

Hast Du dann aber das erste Jahr im neuen Unternehmen gemeistert, dann hast Du meist schon ganz andere Einblicke in das sogenannte Miteinander erhalten.

Heutzutage heißt es anscheinend: Ellenbogen raus!

Da werden hemmungslos die eigenen Teamkollegen von Ihresgleichen vor dem Chef in die Pfanne gehauen,

Gerüchte gestreut und ganz gezielt versucht dem Anderen zu schaden.

Und das Schlimmste ist, die Vorgesetzten sehen meist tatenlos dabei zu und unterstützen ein solches Verhalten auch noch!

 

Ich gehöre zu den Menschen, die sich trauen Missstände klar und deutlich anzusprechen, ich versuche mit Kollegen ebenfalls eine offene und ehrliche, klare Linie zu fahren. Ich denke es ist immer der bessere Weg, die Kollegen und Vorgesetzten anzusprechen und zu versuchen, eine Sache aus der Welt zu räumen, als die Dinge in sich hinein zu fressen.

Dennoch muss man sich auch darüber klar sein, dass es leider oftmals nicht gern gesehen wird, wenn man Kritik äußert und man sich schnell zur Zielscheibe bei Kollegen und Vorgesetzten macht. Ein Dilemma könnte man meinen.

 

So hat ein Arbeitnehmer in der Probezeit also in der Regel grundsätzlich Bedenken, seine Meinung zu äußern, denn er könnte innerhalb kürzester Zeit seinen Job los sein, wenn er unüberlegt seinem Frust freien Lauf lässt.

Allerdings bin ich trotzdem nicht der Auffassung, dass man sich alles gefallen lassen sollte.

Jeder hat sicherlich eine andere "Schmerzgrenze", aber als Individuen werden wir in der heutigen Arbeitswelt schon lange nicht mehr gesehen.

Ich persönlich habe keine Lust mehr, alles in mich hinein zu fressen und nur nach dem Bedarf der Arbeitgeber zu funktionieren. Ich bin ein Mensch, ein Individuum mit eigener Meinung und dem Bedürfnis nach Wertschätzung.

Doch letzteres kommt mittlerweile viel zu kurz. Du arbeitest, machst und tust... Doch ein anerkennendes Wort erntest Du für keinen Deiner Erfolge? Sobald jedoch etwas schief läuft ist der Vorgesetzte mit Kritik sehr schnell dabei und diese hallt noch lange in Dir nach?

Mit den Kollegen haut es auch nicht so richtig hin, da Du merkst, dass alles was Du im Vertauen mit jemandem ausgetauscht hast über den "Flurfunk" weitergetragen und sogar noch ausgeschmückt wird? Du hast das Gefühl, Dein Teamkollege wartet nur auf den richtigen Moment, um an Deinem Stuhl zu sägen und Dir Deinen Platz streitig zu machen?

Nun, ein Patentrezept dagegen kann ich Dir leider nicht geben. Aber vielleicht ein paar Tipps, die Dir helfen die Sache in Angriff zu nehmen. Denn nur, wenn Du die Missstände ansprichst, hast Du überhaupt die Chance darauf, dass sich vielleicht etwas ändert.

Kleine Helferlein

  • Zunächst einmal gehe in Ruhe in Dich und schreibe Dir auf, welche Punkte Dich derzeit wirklich stören/ belasten
  • Rufe Dir eine oder mehrere Situationen aus der Vergangenheit ins Gedächtnis und schaue, wie Du heute über sie denkst und ob Du heute anders reagieren würdest.
  • Suche den Kontakt zu den schwierigen Vorgesetzten und Kollegen und mache einen Termin für ein 4- Augen Gespräch
  • Bereite Dich ausgiebig darauf vor was Du sagen möchtest. Eine Liste mit Stichpunkten kann hier sehr hilfreich sein, um beim Wesentlichen zu bleiben und keinen wichtigen Punkt zu vergessen.
  • Sehr wichtig: Sei konstruktiv und meckere nicht unüberlegt drauf los. Mache Vorschläge zur Verbesserung!
  • Wenn Du Dich in solchen Gesprächen eher unbeholfen und unsicher fühlst, dann spiele es immer und immer wieder in Gedanken, oder vor dem Spiegel durch. Bitte auch Freunde und Familie um Hilfe, das Gespäch mit Dir zu simulieren. Du wirst merken, je öfter Du das Ganze durchgespielt hast, desto sicherer wirst Du.
  • Sei Dir dessen bewusst, dass Dein Gegenüber vielleicht anders reagiert, als Du es erwartest. Das muss nicht immer negativer Natur sein. Manchmal ist dem vermeintlichen Gegner sein Verhalten vielleicht gar nicht so bewusst.
  • Sofern vorhanden, nimm ein Mitglied des Betriebsrates mit in das Gespäch, um später einen Zeugen zu haben.
  • Und vor Allem, reflektiere auch Deine eigenen Ansichten. Denn oft handeln wir impulsiv und aus Frust, merken aber später, dass unsere Ansichten vielleicht nicht so ganz durchdacht waren.

Deine Erfahrungen

Hast Du bereits schlechte Erfahrungen im Job gemacht? Streitgespräche mit Vorgesetzen oder Kollegen sind an der Tagesordnung? Dann teile mir gerne Deine Geschichte über das Kontaktformular mit und ich werde Sie unter diesem Beitrag veröffentlichen. Teile mir kurz mit, wenn Du anonym bleiben möchtest.

 

Du hast schwierige Situationen bereits erfolgreich gemeistert? Dann schreibe mir Dein persönliches Erfolgsrezept und es wird ebenfalls (wenn gewünscht anonym) von mir unter diesem Beitrag veröffentlicht.

 

Vielleicht kann das ein sehr spannenderAustausch werden und Du merkst schell, dass Du mit Deinen Sorgen nicht allein dastehst.

 

Ich freue mich auf Eure Geschichten und wünsche Euch eine schöne Adventszeit! Eure Sabrina


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